WANN SOLLTE MAN ANFANGEN?

Um ein Instrument zu lernen, braucht man den Willen es freiwillig zu tun (niemand sollte gezwungen werden!),
eine gewisse Konzentrationsfähigkeit, ein Durchhaltevermögen (auch wenn es manchmal nicht so klappt)
und Zeit für das möglichst tägliche Üben (lieber 20 Min. täglich als ein Mal fünf Std.!).
Prüfen Sie sich oder ihr Kind, ob das möglich ist.

Gitarre: Ein gutes Alter ist 8 Jahre, in manchen Fällen auch schon früher mit 6-7 Jahren; das hängt vom Kind ab.

E-Bass: Bass-Saiten sind sehr dicke Drähte. Da sollten die Finger schon ein wenig mehr ausgebildet und kräftiger sein,
ab ca. 10 Jahren.

Mit 4, 5, 6, 7 Jahren kann man an Rhythmik, musikalischer Früh- und Grundausbildung teilnehmen,
um allgemeine musikalische Grundparameter kennen zu lernen.
Dies ist für den späteren Instrumentalunterricht auf jeden Fall hilfreich!
Übrigens: Eine Altersbegrenzung nach oben ist mir nicht bekannt.



WIE VIEL KOSTET DAS?

Instrument, Ausstattung (siehe unten) und die Unterrichtsgebühr.
Die Unterrichtsgebühr ist ein monatlicher Pauschalbetrag, vergleichbar mit einer Wohnungsmiete.
Der Lehrer und die wöchentliche Stunde (i.d.R. 45 Minuten) werden quasi "gemietet".
In den Schulferien, an gesetzlichen Feiertagen findet kein Unterricht statt, die monatliche Gebühr
läuft trotzdem weiter. Das Jahreshonorar wird also auf einen monatlichen Festbetrag verteilt.
Die Höhe der monatlichen Unterrichtsgebühr richtet sich nach der aktuellen Gebührenordnung
staatlicher Musikschulen.



KANN MAN AUCH GLEICH MIT DER E-GITARRE ANFANGEN?

Ja. Für die meisten jüngeren ist die E-Gitarre natürlich „cooler und hipper“. Trotzdem würde ich zur
Konzertgitarre raten, denn der Hals ist breiter, die Saiten sind besser zu kontrollieren und ein gut
klingender Erfolg stellt sich schneller ein. Außerdem kann eine Konzertgitarre schnell mal auf Reisen,
in den Garten, in die Schule, etc. mitgenommen werden.
Nach meiner Erfahrung ist der Wechsel zur E-Gitarre nach ca. 2-3 Jahren die bessere Variante.



IST ES NICHT BESSER ZUERST MIT DER GITARRE UND DANN MIT DEM E-BASS ANZUFANGEN?

Sicherlich ist der Wechsel von der Gitarre zum E-Bass einfacher als umgekehrt. Man kann aber auch
gleich mit dem Bass anfangen, besonders wenn die Aussicht besteht in eine Band einzusteigen.
Für Jüngere gibt es auch kleinere E-Bässe (Short-Scale).



ANFANG / AUSSTATTUNG / KOSTEN ALLGEMEIN

Grundsätzlich teile ich die Kosten für die Instrumente und das Zubehör in drei Kategorien:

A: absoluter Einstieg, Minimum
B: Mittelklasse, sehr solide
C: gehobene Ansprüche, erste Sahne

Zu A: Gitarre bitte nicht bei Tchibo, im Baumarkt oder im Restepostenmarkt kaufen!
Wir wollen mit dem Instrument schließlich keine Lagerfeuer ausmachen!
Ein Minimum an Standard sollte schon gewährleistet sein, also nur im Fachhandel kaufen!

TIPP: Im Bekanntenkreis stehen oft Instrumente herum, die man wieder
mit neuen Saiten, Mechaniken, etc. aufpeppen kann. Vor dem Kauf das Instrument ausleihen und dem Lehrer zeigen.

TIPP für Linkshänder: Es ist meistens günstiger eine (akustische) Rechtshänder-Gitarre vom Fachmann
umrüsten zu lassen. Mache Herstellerfirmen nehmen einen Aufpreis für Linkshänder-Gitarren. Außerdem sind
sie selten vorrätig und die Auswahl ist sowieso nicht gerade berauschend.

TIPP: Ein halbwegs guter Lehrer ist bei dem Kauf gern behilflich ;-)

Zu B: Etwas teurer, aber der Spaßfaktor und der Wiederverkaufswert ist höher! Nach einer gewissen Zeit
merkt jeder, das die Einstiegsmodelle hier und da ihre Macken haben.

Zu C: Es gibt kaum etwas Schöneres, als ein wundervolles Instrument. Doch von allein spielt es auch nicht,
und ein guter Musiker kann auch mit einem nicht ganz so tollen Instrument gute Musik machen!



KONZERTGITARRE UND AUSSTATTUNG

Es gibt die klassische Anfängergitarre mit relativ weichen Nylonsaiten. Die preiswerten Modelle bestehen aus lackiertem
„Zigarrenkistenholz“, bei besseren ist mindestens die Decke massiv (häufig Fichte). Im oberen Preissegment
finden sich von Meisterhand gebaute Gitarren, vollmassiv aus ausgesuchten, abgelagerten Hölzern, sehr gut
verarbeitet, mit guter Saitenlage und guten Mechaniken. Neben der Konzertgitarre gibt es auch noch
Westerngitarren mit Stahlsaiten (schmales Griffbrett, großer Korpus). Diese sind aufgrund ihrer besonderen
Konstruktion für Anfänger nicht zu empfehlen, deshalb vernachlässige ich sie hier. Konzertgitarre elektrisch
verstärken: Die Gitarren kann man, wenn nötig durch so genannte „Piezokeramische Tonabnehmer“ aufrüsten.
Diese werden vom Fachmann unterhalb des Steges eingebaut, und für das Kabel zum Verstärker wird eine Buchse
in die Zarge gebohrt. Passend hierfür werden spezielle Akustikgitarren-Verstärker angeboten. Wenn man vorhat Konzertgitarre
In einer Band zu spielen, kann man sich auch gleich eine Gitarre kaufen mit eingebauten Tonabnehmern,
inklusive mehr oder weniger aufwendiger Klangregelung kaufen. Manche dieser Modelle haben auch einen Ausschnitt im
Korpus (Cutaway), um das Spiel in höheren Lagen zu ermöglichen. Das ist zwar schön und praktisch, aber sie
klingen akustisch gespielt meistens sehr dürftig (zumindest in den unteren Preisregionen). Wenn es richtig laut
wird, gibt es häufig Feedback-Probleme (es pfeift in unangenehmer Lautstärke).
Für diese Fälle gibt es Brettgitarren ohne Resonanzkörper (wie eine E-Gitarre) im Aussehen und vom Spielgefühl
wie eine Konzertgitarre (z.B. das „Chet Atkins“ Modell von Gibson oder von Epiphone).

Akustische Konzertgitarren gibt es in vier Größen: 1/2 (ab 1,10m Körpergröße), 3/4, 7/8, 4/4 (ab 1,40m Körpergr.).
Die kleineren Größen beginnen bei ca. 150 €, die 4/4 kosten:
A: ab 250 €
B: ab 450 €
C: ab 1000 €

SAITEN
Die Saiten für die Klassikgitarre, so genannte Nylonsaiten, bestehen aus drei Basssaiten (ein Kern von Nylonhärchen
ist mit einem dünnen Draht umwickelt) und drei Melodiesaiten (nicht umsponnene Kunststoffsaiten).
Auf keinen Fall gehören reine Stahlsaiten auf eine Konzertgitarre!!! Diese können große Schäden anrichten!!!
Klassikgitarrensaiten gibt es normalerweise in drei Stärken:
Hart (High-Tension, Super High-Tension, meist blaue Verpackung)
Mittel (Medium-Tension, Normal-Tension, meist schwarze Verpackung)
Weich (Low-Tension, meist rote oder grüne Verpackung)
Welche Stärke und Marke sollte man spielen? Ausprobieren! Es müssen auch nicht immer die teuersten sein,
denn es kann passieren das die teure Marke X gar nicht zur Gitarre passt, d.h. sie ist dann nicht bundrein!
Ein wenig Lehrgeld muss man immer zahlen.
TIPP: Immer mindestens eine D-Saite extra in der Tasche haben. Diese ist am dünnsten umwickelt und reißt
gelegentlich.
TIPP: Ich mache z.Z. die besten Erfahrungen mit D´Addario Pro Arte Saiten.

Vollgefütterte GITARRENTASCHE (Gigbag) mit Rucksackgurten, Notentasche, Wasser abweisend ab 40 €,
oder SOFTCASE (Mischung aus Tasche und Koffer) aus Polysterol ab 55 €,
oder KOFFER aus Holz mit Kunstlederüberzug, oder Hartschaum ab 90 €.

STIMMGERÄT
A: ab 17 €
B: ab 40 €
C: ab 70 €

GITARRENBUCH: ab 15 €

Einfacher Klapp-NOTENSTÄNDER: ab 15 €

Klappbare FUßBANK: (wichtig für die "Klassische Gitarrenhaltung") ab 13 €



E-GITARRE UND AUSSTATTUNG

Der Markt an E-Gitarren und Verstärkern ist gewaltig groß. Es gibt für fast jeden Geschmack jede Form in
jeder Farbe mit dem passenden Verstärker.
E-Gitarren besitzen i.d.R. ein oder zwei Cutaways (= Ausschnitte am Korpus, um das Spiel in höheren Lagen,
am Halsende, zu ermöglichen), Pickups (= magnetische Tonabnehmer als Singlecoils [einzelne Magnetspulen]
oder Humbucker [doppelte Spulen]). Die meisten E-Gitarren, die heute zu kaufen sind, gehen zurück oder sind
Mischformen folgender Modelle:

STRATOCASTER-Type
Die populärste E-Gitarre, entworfen ca. 1954 von Leo Fender, war das Luxusmodell der „Broadcaster“ (1948),
die später aus rechtlichen Gründen in „Telecaster“ umbenannt wurde. Die „Strat“ wurde aufgrund der
kostengünstigen Bauweise schnell sehr berühmt. Ideal als soulig, funky klingende Rhythmusgit.; geeignet für
fast alle Stilrichtungen. Typ Solidbody (Brettgitarre), schnell ansprechender, scharfer, perkussiver Ton,
2 Cutaways, 3 Singlecoil-Pickups. Berühmte Spieler: Buddy Holly, Jimi Hendrix, Jimmy Vaughan, Eric Clapton
A: ab 120 €
B: ab 400 €
C: ab 500 €



LES PAUL-Type
Aufgrund des großen Erfolges der Fender Gitarren, entschloss sich die Firma Gibson 1952 auch eine
Brettgitarre herauszubringen; entwickelt vom Namensgeber (Lester Polfus, kurz Les Paul). Klassische
Rock- oder Fusiongit. Typ Solidbody (später auch Semiacoustic), langer, stehender, lauter Ton, ein
Cutaway, kleiner Korpus, i.d.R. 2 Humbucker
Berühmte Spieler: Gary Moore, Les Paul, Al di Meola und viele, viele Rocklegenden
A: ab 150 €
B: ab 400 €
C: ab 800 €

335er-Type
Die Gibson 335 ist die Mutter sämtlicher Halbakustikgitarren (Semiacoustic- oder auch Thinlineguitars),
gegen Ende der 50er Jahre gebaut. Vereint den warmen, vollen Klang einer Jazz-Git. mit dem harten Ton einer
Brett-Git., ohne Feedback-Probleme. Sie ist daher in allen Stilrichtungen einsetzbar: Jazz, Blues, Rock,
Funk, ...Typ Semiacoustic (der Korpus besteht meist aus zwei hohlen Kammern und einem Brett (Sustainblock)
unter den Pickups, symmetrischer Doppel-Cutaway, 2 Humbucker Berühmte Spieler: B. B. King, Larry Carlton,
Lee Ritenour, John Scofield.
A: ab 300 €
B: ab 500 €
C: ab 900 €

Klassische JAZZ-GITARRE
Seit Anfang der 30er Jahre traten plötzlich Gitarristen ins Rampenlicht, die genauso wie Saxophonisten oder
Trompeter improvisieren konnten (z.B. Charlie Christian). Diese hatten nun durch die Entwicklung der
Tonabnehmer und Verstärker die Chance, auch lautstärkemäßig mithalten zu können. 1956 wurde die Gibson ES-175
gebaut, eine der populärsten Jazzgitarre. Warmer, voller, akustischer Ton. Typ Hollowbody (= hohl) oder auch
Vollresonanzgit. mit gewölbter Decke (= Archtop), i.d.R. ein Cutaway, 1 oder 2 Humbucker Berühmte Spieler:
Wes Montgomery, Jim Hall, George Benson, Joe Pass, Pat Metheny
A: ab 250 €
B: ab 650 €
C: ab 1000 €




Meiner Meinung nach wird den Verstärkern viel zu viel Beachtung geschenkt. Der Ton kommt zum größten Teil
aus den Fingern, dem verwendeten Gitarrentyp (mit den entsprechenden Saiten) und eventuell den Effekten.
Der Verstärker sollte halt solide und stabil sein, sowie wenig rauschen. Ob (teurere) Röhren- oder
Transistorverstärker ist Geschmacks- oder Glaubensfrage. Röhrenverstärker sollen angeblich wärmer klingen.
Man wird wohl schauen, was seine Idole spielen, d.h. die Rocker werden Marshalls (Röhre), die Blueser und
Jazzer eher Fender (Röhre) und Polytone (Transistor) spielen. Ein Carlos Santana wird immer wie Santana
klingen, egal welchen Amp er benutzt! Genauso die Frage: Combo (Verstärker und Lautsprecher in einem
kofferähnlichen Gehäuse) oder Verstärker (Top-Teil) und Box getrennt, ist eher Ansichtssache. Vor- und
Nachteile gibt es hier wie dort. Einen Rat zu geben ist sehr schwer.
Generell gibt es drei Hauptarten von Verstärkern:

Schuhkartongroße ÜBEVERSTÄRKER
Für zu Hause, oder wenn die größeren Verstärker im Überaum stehen. 10-30 Watt, meist mäßiger, leicht
scheppernder Klang. Für Bands in Sachen Klang und Schalldruck normalerweise nicht ausreichend, ab 70 €.

COMBOs
Für alle Einsatzgebiete (ab 40 Watt, ein oder zwei 8“, 10“ bzw. 12“ Lautsprecher, normalerweise 12“).
Die meisten Combos haben eine Kanalumschaltung, d.h. ein vorab eingestellter unverzerrter (= Clean)
und verzerrter (= Distortion) Sound können über einen Fußschalter hin und her geschaltet werden.
Manche Verstärker bieten neben einem eingebauten Reverb (= Hall) auch einige andere Klang-Effekte
(wie Chorus, Delay [= Echo], Ampsimulationen, etc.). Wenn man aber bedenkt, das halbwegs gute,
einzelne Effektgeräte genauso viel kosten wie der ganze Verstärker, kann man sich leicht vorstellen,
von welcher Qualität diese wohl sind.
Mein Tipp: Lieber noch ein wenig sparen und später externe Effektgeräte kaufen!
A: 200 €
B: 300 €
C: 400 €

TOPTEIL & externe BOX
Für mittelgroße und große Bühnen, laute Bands. Vorteil: mehr Leistung, höherer Schalldruck, die
Komponenten sind austausch- und erweiterbar und sieht genauso cool aus, wie im Fernsehn
(kein Witz, für viele eine wichtige Angelegenheit!). Nachteil:
Transportprobleme, Soundprobleme auf kleineren Bühnen, hoher Preis.

Top:
B: ab 400 €
C: ab 1000 €

Box (4 x 12“ Speaker):
A: 250 €
B: 500 €
C: 1000 €



SAITEN

Auch hier heißt es bei den vielen unterschiedlichen Marken: ausprobieren. Irgendwann wird man
glauben, dass es bei dieser oder jener Marke ein gutes Preis-Leistungsverhältnis gibt.
Den möchte ich sehen, der blind sagen kann: aha, dies ist der typische Fender, Gibson,
D´Addario, Ernie Ball oder GHS – Sound! Interessanter ist die Saitenart und Stärke. Die drei
meist verbreitetsten Typen sind so genannte Roundwound-Saiten (um einen Stahlkern wird ein
runder Nickeldraht gewickelt = Normalfall), Flatwound (ein Flachdraht wird um den Saitenkern
gewickelt = klassischer, mittig/bassiger Jazz-Ton) und das Zwischending Halfround (halb flacher
Runddraht). Saiten gibt es in unterschiedlichen Stärken. Auf den Packungen stehen oft Angaben wie
light (oder lite), medium, heavy, extra lite, ultra lite, regular, light medium, usw., - alles
sehr verwirrend und nicht wirklich aufschlußreich. Besser ist es einen Blick auf die
aufgedruckten Zahlen zu werfen. Hier werden die sechs Saiten einzeln mit ihrer jeweiligen
Stärke in Inch beschrieben, z.B.010 (= 0,010 Inch) – 013 – 015 – 026 – 032 – 038, also die
sechs Saiten von der dünnsten zur Dicksten. Übrigens werden sie auch so durchnummeriert –
Saite 1 ist die dünne e-Saite, Saite 6 ist die dickste Saite. Innerhalb des 010er-Satzes kann
es nun, je nach Geschmack, Änderungen geben z.B. mit dickeren Basssaiten:
010 – 013 – 017 – 026 – 036 – 046. Das bewirkt einen etwas lauteren, kräftigeren, bassigeren
Ton in diesen Bereichen. Folgende Sätze sind auf dem Markt:
008 und 009 (eher benutzt von der Hard-, Schnell- und Heftig– Rock - Abteilung)
010 (universell für alle Stilrichtung, auch gut für Anfänger, da sie besser zu kontrollieren
sind [ungewolltes Ziehen] 011 und 012 (eher benutzt von Jazzern auf 335er und Jazz-Gitarren,
meist als Flatwounds) Achtung, beim Ausprobieren verschiedener Marken und Stärken verändert
sich meistens die Halskrümmung und die Oktavreinheit! Das muss von erfahrenen Spielern immer
gecheckt werden!

INBUSSCHLÜSSEL

Die passenden Inbusschlüssel werden benötigt, um die Halskrümmung, die
Oktavreinheit und die Saitenlage einzustellen. Normalerweise gehören sie zum Instrument,
werden aber beim Kauf gern vergessen. Aber Vorsicht, nur unter Anleitung selber
schrauben!!! Dafür braucht man etwas Erfahrung!

KABEL

Es reicht nicht die supertolle Gitarre und den edelsten Verstärker zu kaufen. Die Verbindung
beider Teile ist genauso wichtig! Manche Musikalien-Händler entsorgen ihre Schrottkabel,
indem sie ganz großzügig ein Kabel kostenlos beim Kauf einer E-Gitarre dazugeben. Achtung
bei Spiralkabel (in die Tonne damit!) und bei Kabeln, die dünner als ein Bleistift sind
(dem ärgsten Feind schenken!). Gute Kabel sind 3-5 Meter lang, haben einen hohen
Gummianteil (liegen besser und verknoten nicht so schnell), gute Stecker (z.B. von Neutrik)
und ein stabiles Innenleben (ruhig einmal den Stecker aufschrauben und
nachsehen). Ab ca. 17 €

GURT

Ein verstellbarer Tragegurt hält das Instrument in einer angenehmen Spielposition, nicht
nur im Stehen. Bei relativ leichten Gitarren (z.B. die Stratocaster) reicht ein 5cm
breiter Gurt aus Nylon oder Baumwolle mit Kunstlederrücken. Bei schweren Instrumenten
wie 335er oder Fender Jazz-Bass wäre ein bis zu 8cm breiter Gurt aus Leder ratsam
(teilweise auch gepolstert). Nylon-Gurt ab 3 € Leder ab 9 € Breite Ledergurte ab 13 €
Breite Ledergurte mit Polsterung ab 35 €

PLEKTRUM

Plektren gibt es in vielen Formen, Farben und Stärken. Sie kosten nur ein paar Cent.
Irgendwann kommt der Moment, in dem man sich mit einem Modell anfreundet. Bis dahin
heißt es: ausprobieren. Jeder Gitarrenhero hat seine speziellen Vorlieben, von großen
dreieckigen Modellen bis kleinen Steinen. Manche basteln sich welche aus alten
Langspielplatten!
TIPP: Für den Anfang empfehle ich mittelgroße in den Stärken Medium bis Heavy.

GITARRENTASCHE oder KOFFER, BUCH, NOTENSTÄNDER (siehe oben bei Konzertgitarre)



Eines der wichtigsten Instrumente (oder sogar das Wichtigste!) in der Band ist der Bass.
Er liefert das harmonische Fundament und sorgt (zusammen mit dem Schlagzeug) für den
„Groove“, für das „Timing“, also das allgemeine Rückrat der Band. Selbst der größte
Gitarrengott wird ohne funktionierende Rhythmusgruppe extrem alt aussehen! Andersherum
kann ein gutes Bass/Schlagzeug – Gespann kleinere Sterne leuchten lassen! Der E-Bass ist
eines der jüngsten Instrumente überhaupt. Er ist auf der einen Seite leicht zu lernen
(ausgestattet mit einem guten Rhythmusgefühl kann man nach kurzer Zeit in jeder
Rock-Kapelle mitspielen), auf der anderen Seite extrem schwer zu lernen (wenn man mehr
will). Früher war der Bassist der Depp der Band (zu blöd für die Gitarre ...), heute
steht er gleichberechtigt, wie alle anderen im Rampenlicht, dank Musikern wie Jack
Bruce und John Entwistle im Rock, James Jamerson im Soul, Jaco Pastorius,
Stanley Clarke, Mark King, Marcus Miller, u.a.. Er kann nicht nur in ganz
unterschiedlichen Musikstilen begleiten, sondern auch Melodien und Akkordebis
hin zu virtuosen Suiten von J. S. Bach spielen, „slappen“ und „tappen“,  improvisieren.
Es gibt mehrjährige Studiengänge, spezielle E-Bass Bücher, Zeitschriften und vieles mehr!

Nachdem Firmen wie Rickenbacker daran arbeiteten, den Kontrabassisten
in mehrerer Hinsicht das Leben zu erleichtern, sorgte abermals die Genialität von
Leo Fender 1951 für den Durchbruch (siehe oben Stratocaster). Er stellte auf der Basis
seiner jungen E-Gitarren den ersten wirklichen E-Bass vor, den „Precision-Bass“ und
1960 den „Jazz Bass“. Beide Bässe werden bis heute gebaut und von anderen Firmen im
Prinzip kopiert, aber auch weiterentwickelt. 1970 wurde in Amerika eine kleine Firma 
mit Namen "Alembic" gegründet, die die ersten Edelbässe mit aktiver Elektronik vorstellte.
Leo Fender verkaufte 1964 aus gesundheitlichen Gründen seine Firma an CBS. Nach einer
gewissen Zeit juckte es ihm aber wieder in den Fingern, er gründete Anfang der 70er
Jahre die Firma „Music Man“ und erfand abermals einen legendären Bass, den „Sting Ray“.

Heutzutage gibt es eine schier unüberschaubare Anzahl von kleinen und großen (Edel-)
Bassbauern. Der Markt ist riesig. Firmen wie Ibanez, Yamaha, Warwick, u.v.m., bieten von
der Anfängerklasse bis zur Oberprofiklasse unglaublich viele Modelle an. Wem das noch
nicht reicht, der lässt sich einen persönlichen Bass bauen und bestimmt dabei Form,
Farbe und Ausstattung (z.B. von Sandberg). Kontrabassisten brauchen nicht mehr halbe
Schränke durch die Gegend zu schleppen, es gibt auch „Bass-Stangen“ ohne Korpus, die einen
Kontrabasssound teilweise erstaunlich gut simulieren. Im unteren Preissegment finden
sich viele zusammengekloppte „Precision“, „Jazzbass“ und „Sting Ray“ Kopien unzähliger
Noname-Firmen aus Taiwan und Korea. Hier ist Vorsicht angebracht, aber man kann auch
Glück haben. Die Firma Fender dachte sich wohl: „Wenn so viele Firmen unsere Modelle
kopieren, machen wir das auch!“ So kommt es, dass es z.B. den „Jazz Bass“
made in Mexico, made in Japan und made in USA gibt, oder auch unter dem Namen „Squire“.


Ein Versuch eines Preis-Überblicks:
A: 200 €
B: 400 €
C: 900 €



Im Prinzip gilt auch hier was ich oben unter E-Gitarren-Verstärker geschrieben habe.
Nur, Bass-Verstärker müssen noch ein wenig robuster und kräftiger sein, -sozusagen
mehr PS unter der Haube haben. Es soll schließlich ein Fundament unter die ganze Band
gelegt werden! Nicht umsonst bauen sich Hip-Hop-Fans den Kofferraum ihrer Autos mit großen,
kräftigen
Lautsprechern dicht. Bandtaugliche Bass-Verstärker sind etwas teurer und
i.d.R. größer und schwerer. Während Gitarristen locker mit 50 Watt auskommen, brauchen
Bassisten eher 100 Watt, um auch bei einem lauten Schlagzeuger mithalten zu können.
Dazu stellt sich ein Transportproblem ein: kräftige Lautsprecher in stabilen Gehäusen
wiegen schon mal leicht 30-40 kg und sind fast so groß wie Waschmaschinen! Wenn man also
ein schmächtiger Single ist, im vierten Stock einer Altbau-Wohnung wohnt und Mini-Cooper
fährt, sollte man über Kompromisse nachdenken.

Ich würde die Bass-Verstärker in vier Kategorien einteilen:

1. Kleine ÜBEVERSTÄRKER für zu Hause.
8“ oder 10“ Lautsprecher, 15 bis 30 Watt.
A: ab 90 €
B: ab 180 €
C: ab 220 €

2. Bandtaugliche COMBOS
Spezial 12“ oder 15“ Lautsprecher, 120 bis 200 Watt
A: ab 400 €
B: ab 600 €
C: bis 900 €

3. Band-COMBOS, die wenig Wünsche offen lassen
Spezial 12“ oder 15“ oder 4x10“ Lautsprecher ab 200 Watt
A: ab 900 €
C: ab 2000 €

4. TOP-TEIL
Ab 200 Watt
A: ab 400 €
C: ab 700 €

BOXEN
Ab 200 Watt, 1x15“ oder 4x10“
A: ab 350 €
C: ab 700 €

TIPP: Ruhig auch mal unter ca. 120 Watt starken Keyboard-Combos nachschauen.
Diese decken das ganze Frequenzspektrum ab, und sind bei gleichen Preisen besser
ausgestattet. TIPP: Viele Profis, die viel herumreisen, haben einen kleinen Combo
(z.B. Gallien-Krueger 150S), oder ein kleines Top-Teil (z.B. Gallien-Krueger 400RB)
und nehmen je nach Spielsituation unterschiedlich große Boxen mit
(kleine handliche 12“ Box, oder 1x15“, oder 4x10“, ...).



SAITEN
Lies für allgemeine Informationen auch oben unter E-Gitarren Zubehör / Saiten.
Bass-Saiten gibt es in vielen Stärken, da man sich neben den „normalen“ Sätzen
auch Einzelsaiten zu einem persönlichen Satz zusammenstellen kann. Normal sind
Roundwounds. Flatwounds klingen eher nur kurz und dumpf und sind ideal für
Oldie/Country-Fans (Höfner-Beatles-Bass). Grundsätzlich gilt: je dünner die Saiten
sind, desto besser funktionieren moderne Spieltechniken wie slappen, tappen,
Flageolett-Spiel, u.ä., es klingt hell-mittig-knurrig-brilliant. Sind die Saiten
dicker, ist der Sound lauter, bassiger, dumpfer. Bassisten mit kräftigem Plektrumspiel
brauchen mind. 45er. Alle die gern die E-Saite runterstimmen auf D, brauchen eher eine
dickere E-Saite. Mit der richtigen Saitenwahl, kann man auch Schwächen des Instruments
ausgleichen. Einige Beispiele für 4-Saiter:
30-50-70-90 (die unterste Grenze, sehr weich, gern gespielt von Slap-Spezialisten)
35-55-75-95 (weich, für viele Anfänger angenehm zu spielen)
40-60-80-100
45-65-85-105 (hier beginnt eher die Rocker-, Oldie- und Country-Abteilung)
50-70-85-105

GURT

Am Tragegurt sollte nicht gespart werden. E-Bässe sind häufig sehr schwer und neigen
zu einer gewissen „Kopflastigkeit“. Ich würde zu einem möglichst breiten Ledergurt (8cm) raten.
Ab 20 €
Mit Polsterung ab 40 €



NÜTZLICHES ZUBEHÖR ALLGEMEIN FÜR ANFÄNGER UND FORTGESCHRITTENE


(Musik-) ETUI
Die Hälfte eines Musikerlebens besteht darin, sich Notizen zu machen und Noten aufzuschreiben!
Aber auch Anfänger sollten ein ständiges Musik-Etui besitzen, ausgestattet mit: einem angespitzten
Bleistift (ideal: Druckbleistift), Radiergummi, zwei verschiedenfarbige Textmarker, schwarzen
Filzstift und eventuell einer Stimmgabel. Auch Nagelschere und Nagelfeile (oder Sandpapier) könnten
darin untergebracht werden.

METRONOM oder einfachen DRUMCOMPUTER
„It don´t mean a thing, if it ain´t got the swing.“ In einer ganz freien, interpretierten
Übersetzung dieses Titels von Duke Ellington: Die tollste Fingerakrobatik auf dem Instrument
bringt überhaupt nichts, wenn man das Tempo nicht halten kann, wenn es nicht groovt! Ein Metronom
(= Tempogeber, Taktmesser) hilft sehr, Stücke oder „Grooves“ in einem gleichmäßigen Tempo spielen
zu können. Nach einer gewissen Zeit, wird man das Metronom nicht mehr als Feind ansehen, sondern
als hilfreichen Freund beim Üben.
Erfunden 1816 von Johann Nepomuk Mälzel, konnten nun Komponisten ihre Vorstellung, wie
schnell eine Komposition gespielt werden sollte, einfach auf das Notenblatt schreiben
(z.B. M.M. = 86, bedeutet laut Mälzels Metronom 86 Schläge die Minute). Traditionell besteht
das Metronom aus einem Federwerk mit Pendel, an dem ein verschiebbares Gewicht hängt. Je nachdem,
wohin nun dieses Gewicht geschoben wird, klickt es deutlich hörbar sehr langsam oder sehr
schnell. Heutzutage gibt es auch elektrische Metronome, genauer, kleiner und praktischer, in der
Größe einer Zigarettenschachtel. Je nach Preis und Ausstattung mit Lautstärkeregler, Stimmton,
unterschiedlichen Taktarten, LED-Anzeigen mit Pendelsimulation, etc.
Preise: 20-70 €

Drumcomputer bieten zusätzliche Taktarten, verschiedene Klicks auf unterschiedlichen Zählzeiten
(z.B. 8tel, 16tel, Triolen) in unterschiedlichen Lautstärken regelbar, usw. Sozusagen die
Luxus-Variante des elektrischen Metronoms.
Ab 130 €

Programmierbare Drumcomputer, die wie eine ganze Band klingen, und auf denen mehrere komplette
Stücke abgespeichert werden können:
Ab 200 €


GITARREN/BASSSTÄNDER
Fast eine Selbstverständlichkeit für den sicheren Stand des Instruments
(man kann ja nicht immer üben).
Ab 8 €





NOTENPULTLEUCHTE
Jeder weiß, wie wichtig eine gute Beleuchtung am Arbeitsplatz ist. Auch auf den Bühnen fällt das
Licht selten dahin,
wo es gebraucht wird. Mit einer oder zwei Glühbirnen, Schalter, am Notenständer/Pult festzuklemmen.
Ab 30 €

WERKZEUG
Alles was nötig ist, um kleinere Reparaturen am Instrument selbst auszuführen: Schraubenzieher,
Inbusschlüssel, Saitenschneider, Saitenkurbel, Gaffa-Tape, etc.

ERSTE HILFE
Ersatzkabel, Ersatzsaiten, 9V Batterie, Verstärkersicherungen, Pflaster, etc.

STROMKABEL, VERTEILER
In der Regel befindet sich eine Steckdose nie dort, wo man sie gern hätte! Kabeltrommel mit mind.
10m Stromverlängerung, 5m Kaltgerätekabel (selber anfertigen), Verteiler, etc.

MINI-MISCHPULT
Hervorragend zum ungestörten Üben oder Stücke raushören. CD/MD-Player oder Computer, Gitarre/Bass,
Kopfhörer anschließen, abmixen und wohlfühlen.
Ab 70 € (z.B. von Behringer)

AUFNAHMEGERÄT
Es ist ungemein wichtig, eine Möglichkeit zu schaffen, sich selbst einmal kritisch anzuhören,
Ideen festzuhalten, spiele ich band- bzw. stückdienlich, wo „klappert“ es noch, usw. Ideal
hierfür sind Mini-Disk Player (z.B. von Sharp).

COMPUTERSOFTWARE
Klasse zum Üben: das Programm „Band in a box“. Über die Tastatur tippt man einfach ein paar
Akkordsymbole in ein „Leadsheet“ ein (z.B. F7, Bb7#11, Ebmaj7), wählt einen Stil aus
(z.B. Bossa Nova, Swing, Funk, etc.), ein beliebiges Tempo, und schon generiert das
Programm eine erstaunlich gute Band, passend zum gewählten Stil. Band in a box gibt es
schon viele Jahre, wurde ständig verbessert und mit vielen guten Funktionen erweitert.
Ein echter Hammer und gar nicht mal teuer!